Frisiert: Interessante Verquickung!

Um auf ein Moped zu wetten, müssen wir eine Rennkarte davon aus dem Rennstapel nehmen, der die Mopeds voran bringt, wir rauben ihm also ein wenig Antrieb. Das macht die Sache knifflig, wann wir welche Wette eingehen. In der Umsetzung ist das Spiel aber langatmig und schlicht geworden, denn dieser Mechanismus allein gibt noch nicht genug her.

Bewertung: Naja!

Newton: Was für ein Mehrspieler-Solitaire!

Wir nehmen uns höchstens mal Aktionskarten und Bonusplättchen weg, ansonsten aber spielen wir ungestört neben einander her. Wir können uns noch nicht einmal im Weg stehen. Damit erfüllt das Spiel eigentlich die Voraussetzung, kein gemeinsames Spielerlebnis aufkommen zu lassen. Trotzdem ist es jedes Mal wieder packend: Wir müssen die beiden sehr variablen Spielpläne genau lesen, wir müssen passende Persönlichkeitskarten für Extra-Boni auswählen, wir müssen uns eine Strategie zurecht legen und die müssen wir dann buchstäblich mit Reisen auf der Europakarte auf die Straße bringen.

Bewertung: Empfehlung!

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Familienspiele ab 8 Jahren

Zug um Zug, Spiel des Jahres 2004, ist kein verkopftes, verbissenes Spiel. Es geht locker von der Hand und bedient die Freude, die viele dabei verspüren, etwas planen und aufbauen zu dürfen. Das Thema Eisenbahn tut dazu sein Übriges. Spannung kommt dadurch auf, dass andere die eigenen Pläne durchkreuzen, wenn man zu spät eine wichtige Teilstrecke baut. Dazu gehört ein wenig Geschick beim Kartensammeln. So weit ist das Spiel auch mit Kindern reizvoll. Der einzige Haken ist, dass schlussendlich das Glück beim Nachziehen der Auftragskarten über Sieg oder Niederlage entscheidet, wozu eine gewisse Rücksichtslosigkeit gehört, schlimmstenfalls Minuspunkte einzufahren. Da jungen Kindern eine solche Zockermentalität in der Regel fehlt, gewinnen sie nur, wenn die anderen gerade vom Pech verfolgt sind. Ein Ärgernis sind noch die kleinen Karten, was man durch Erweiterung USA 1910 abstellen kann.

RangSpielAlterSpielerDauer
1Zug um Zug82-560
2Heimlich & Co83-730
3Azul82-430
4Kingdomino82-430
5Dominion82-445
6Pictures84-545
7Die holde Isolde83-530
8Patchwork8230
9Cartagena82-430
10Manhattan83-445
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Istanbul: Einsammeln und Abgeben!

Einsammeln und Abgeben, viel mehr gibt es nicht zu tun. Noch nicht mal mit den Mitspielern hat man viel zu schaffen. Schlimmstenfalls muss man mal zwei Geldstücke bezahlen, wenn man sich an einem Ort dann doch über den Weg läuft. Wenigstens verändert der variable Spielaufbau die erfolgversprechenden Bewegungsmuster ein wenig, sonst wäre es doch eintönig. So aber muss man sich zu Beginn die Ausgangslage anschauen und daraus seine Strategie ableiten. Das Spiel verläuft dann recht flott. Obwohl es zur Abwechslung mal nicht um abstrakte Punkte, sondern um konkrete Rubine geht, weckt das Spiel nicht das Jagdfieber von Kindern, dafür ist es irgendwie zu mechanisch.

Bewertung: Nett!

Kingdom Builder: Trocken!

Ist man zunächst recht limitiert in den Möglichkeiten, versucht man das durch Erreichen von möglichst vielen der Bonus-Ortsplätzchen zu verbessern. Damit nehmen die Möglichkeiten zwar zu, aber letztlich bleibt man doch ausgeliefert. Man versucht unentwegt, so zu setzen, dass die Wahrscheinlichkeit möglichst hoch ist, dass man seine Siedlungen streuen kann, aber dann zieht man halt doch wieder die falsche Karte. Es wird viel gegrübelt, nur damit am Ende doch die Karten einen Strich durch die Rechnung machen. Das mag für Freunde der Statistik interessant sein, spielerisch gestaltet sich die Angelegenheit aber gerade für ein Spiel, das auf Wahrscheinlichkeiten setzt, ungewöhnlich stockend. Dass man dann eine dreiviertel Stunde immer das Gleiche auf einem unansehnlichen Spielplan treibt, macht die Sache nicht besser.

Bewertung: Naja!

Heat: Rassiges Rennspiel!

Die Einführungsvariante ohne Werkstatt-Modul ist etwas schlapp, aber mit dem Modul und ein wenig Übung nimmt das Spiel Fahrt auf. Das Wetter-Modul bietet dann noch zusätzlich Abwechslung. Dann geht es hin und her, wir können aus der Kurve fliegen oder sie so gut nehmen, dass andere abgehängt werden, doch aufholen ist auch möglich. Jede Runde muss aus den Karten das Beste gemacht und die nächste Runde mitgedacht werden. Ein Glücksfaktor ist durchaus gegeben und der Aufholmechanismus betrügt uns manchmal um den Lohn unserer Arbeit, trotzdem haben wir gehörigen Einfluss darauf, wie es läuft. Nur, die anderen halt auch. Es ist richtig was los, auf dem Brett. Bildet der Deckrückbau bei Flamme Rouge den Radsport verblüffend treffend ab, so zaubert Heat mit dem Hitzemanagement im Deck ein spannendes Autorennen, wobei letzteres den Zufall manchmal etwas stark strapaziert.

Bewertung: Empfehlung!

Broom Service: Ein Brett zum Mechanismus!

Eigentlich handelt es sich ja nur um eine Zockerei um starke riskante versus schwache sichere Aktionen. Die Einschätzung der Gegner kann gelingen, aber auch schiefgehen, immerhin treffen die umgekehrt auch so ihre Einschätzungen. Eine gehörige Portion Unwägbarkeit bleibt. Das Brett lässt diesen schlichten, immerhin sehr interaktiven, aber sich doch stetig wiederholenden Mechanismus nicht so ganz blank dastehen und hilft manchmal tasächlich bei der Einschätzung – oder eben beim Bluffen. Nunja, mehr wird es jedenfalls nicht und so konnten die Herzen der Kinder sich nicht erwärmen, zumal das Thema sie auch nicht erreichte.

Bewertung: Nett!

Memoir ’44: Höhen und Tiefen!

Memoir ’44 kombiniert das typische Gefühl eines Kartenspiels mit würfelbasiertem Kampf. Das klingt nach viel Glück, das da gehandhabt werden will, und genau darum geht es. Jeden Zug stehen wir vor der Frage, aus den den 4-5 Karten auf der Hand abzulesen, was sich damit sofort und in den nächsten Zügen anfangen lässt. Versucht man es also eher über den linken Flügel oder über den rechten oder doch durch die Mitte. Einmal entschieden, stellt sich dann die Frage, wie genau man auf dem Brett die Einheiten zieht, wobei die Wahrscheinlichkeiten der Kampfaustragung zu berücksichtigen sind. Per Würfelwurf wird dann so manche Einheit aus dem Spiel gekegelt und manch andere verschont. Manchmal gelingt die Offensive, manchmal misslingt sie.

Bewertung: Empfehlung!

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Jaipur: Flottes Dilemmaspiel!

Eigentlich immer muss man eine gute Option liegen lassen, um eine andere wahrzunehmen. Und eigentlich immer legt die Aktion fest, welche Optionen beim nächsten Zug zur Verfügung stehen. Trotzdem geht das Spiel flott von der Hand, weil es sich um echte Entscheidungen handelt und man nicht fünf Züge voraus planen kann. Dafür sorgt der Nachschub an Handelswaren in Form von Karten, wodurch sich die Situation ständig ändert. Obwohl man sich gegenseitig zuvor zu kommen versucht, wird es nicht richtig gemein, sodass Kinder ab 10 Jahren durchaus Spaß an einer schnellen Partie haben.

Bewertung: Empfehlung!

Navegador: ausgeblendet!

Erstaunlich, wie wenige Regeln nötig sind, um eine so umfangreiche Spielwelt entstehen zu lassen. Man erkundet Meere, gründet Kolonien, verkauft Waren, rekrutiert Arbeiter und erlangt Privilegien. Das alles ist schnell verstanden und doch bewegt man sich in einer komplexen und lebendigen Spielumgebung. Da der Markt ganz wesentlich die Ressourcenausstattung beeinflusst, kommt es darauf an, eine komplementäre Strategie zu denjenigen der Mitspielenden zu finden. Damit gilt es dann auf die sich kontinuierlich wandelnde Gesamtlage zu reagieren und mehr rauszuholen als die Konkurrenz. Das Grundprinzip ist einfach genug, dass Kinder mitspielen können, aber der Sieg ist schwer davonzutragen.

Bewertung: Spitze!

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